Zu Besuch bei ... StadtwaldHolz

Zu Besuch bei … StadtwaldHolz

Bei nachhaltigen Produkten spielt die Herkunft der eingesetzten Materialien eine große Rolle. Sabine Röser und Wilfried Nissing von StadtwaldHolz verwenden daher für ihre Möbel einen Rohstoff, der lokal gewonnen wird: Holz aus dem Kölner Forst. Wir waren zu Besuch in ihrer Werkstatt und haben mit Sabine über StadtwaldHolz gesprochen.

Was macht ihr bei StadtwaldHolz?

„Wir nutzen einen lokalen Rohstoff — das Holz aus dem Forst der Stadt Köln — und verarbeiten ihn zu individuellen Möbeln oder kreieren Kleinserien wie Schneidebrettchen, Espresso Tamper oder Kerzenhalter“, fasst Sabine ihre Arbeit zusammen. Die Architektin ist dabei für den Entwurf der Möbelstücke zuständig, die ihr Mann Wilfried dann anfertigt. Da der Kölner Forst ein Erholungswald und kein Nutzwald ist, gibt es dort eine Vielzahl unterschiedlicher Hölzer, von denen immer wieder einige aus Sicherheitsgründen gefällt werden müssen. So fallen im Jahr rund 15.000 Festmeter an, von denen sich zehn bis fünfzehn Prozent für die Möbelproduktion eignen.

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Karte des Kölner Forsts

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?

„Vor 20 Jahren gab es den ersten Klimasturm „Wiebke“ in Köln, der im Forst sehr viele Bäume umgepflügt hat. Mein Mann hat sich damals gefragt, was eigentlich mit diesem ganzen Holz passiert. Zwar kann Holz aus Sturmschäden nicht für die Möbelproduktion verwendet werden, aber dieses Erlebnis hat bei ihm ein Bewusstsein dafür geschaffen, wie viel Holz es auch in Köln gibt“, berichtet Sabine. Wilfried hat anschließend Kontakt zum Grünflächenamt aufgenommen und damit begonnen Holz zu kaufen, es zu trocknen und für die Möbelproduktion aufzubereiten. „Vor acht Jahren haben wir schließlich die Marke StadtwaldHolz ins Leben gerufen. Und inzwischen kauft Wilfried mit der gleichen Leidenschaft besondere Hölzer wie Frauen Schuhe kaufen und ich überlege dann, wie wir es ästhetisch zu Regalen, Terrassenmöbeln oder Küchenaccessoires verarbeiten können“, so Sabine.

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Was motiviert euch?

Immer wenn Kunden über ein Möbelstück sagen: „Es ist schöner geworden, als ich mir das vorgestellt habe“, freut sich Sabine sehr. „Am Anfang haben sich viele Kunden gefragt, wie das überhaupt geht — Holz aus dem Kölner Forst. Inzwischen sind wir bekannter und unsere Kunden empfehlen uns an ihre Freunde weiter.“ Und auch die Förster vom Grünflächenamt sehen durch StadtwaldHolz ihre eigene Arbeit wertgeschätzt und finden es gut, dass aus den geschlagenen Hölzern etwas Sinnvolles entsteht.

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Was bedeutet Nachhaltigkeit für dich?

„Für mich bedeutet Nachhaltigkeit, dass man umsichtig mit allem umgeht — nicht nur mit Materialen, sondern auch mit Menschen“, fängt Sabine an. „Wir haben beschränkte Ressourcen und leben über unseren Verhältnissen. Wir sind verantwortlich dafür, wenn künftige Generationen auf dieser Erde nicht mehr leben können und sollten daher nicht immer nur an uns denken.“ Deswegen ist Sabine auch bereits ihr ganzes Leben lang politisch engagiert — aktuell bei der Bürgerbewegung Köln kann auch anders. „Die Politik muss verstehen, dass die Stadt nachhaltig werden muss.“

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Wo kann man die Produkte von StadtwaldHolz kaufen?

Die individuellen Möbel werden als Maßanfertigung in der Werkstatt besprochen und angefertigt. Außerdem verkauft StadtwaldHolz über die Kölner Online-Plattform Comali, die sozialverantwortliche und nachhaltige Artikel anbietet. Schließlich sind ausgewählte Kleinmöbel auch bei GEA Köln zu finden.

 

Wer sich für die Arbeit von Sabine und Wilfried interessiert, sollte die Ausstellung „Holzbilder Kölner Bäume — Ein lokaler Werkstoff“ besuchen, die am 17. April im Haus des Waldes eröffnet wird. Hier stellen die beiden gemeinsam mit Peter Schmidt ihre Objekte aus.