WEM GEHÖRT DIE STADT – Gedanken zum Kinostart

WEM GEHÖRT DIE STADT – Gedanken zum Kinostart

Am 19. Februar kommt “WEM GEHÖRT DIE STADT – BÜRGER IN BEWEGUNG” offiziell in die Kinos – in Köln im Cinenova und mit Einzelterminen im Odeon, bundesweit in über 15 Städten.

Der Film zeigt die Verhandlungen rund um die Bebauung des Heliosgeländes – von den ursprünglichen Plänen einer Shoppingmall über die Proteste der Bürgerinitiative Helios bis hin zum Kompromiss, die vom Uni-Projekt school is open geplant Inklusionsschule auf dem Gelände zu verorten. Geplant, gedreht und geschnitten hat ihn die Regisseurin Anna Ditges – die lange in Ehrenfeld gewohnt und immer noch dort arbeitet.

 

Die Film nimmt sich Zeit, und erzählt die Geschichte geduldig und neutral aus unterschiedlichsten Perspektiven. Die verschiedenen Protagonisten werden dabei nicht mit Bauchbinden vorgestellt – der Filmbesucher muss sich ihre Position und Rolle im Prozess selber aus den Kommentaren und Handlungen erschließen.

Er kommt, auch für Köln, zu einem passenden Zeitpunkt – hat der Rat doch die Verwaltung aufgefordert, einen Vorschlag für systematische, standardisierte Bürgerbeteiligung zu entwickeln. Momentan arbeitet die Verwaltung – Akteure wie die Initiative Köln mitgestalten haben aber schon die Forderung erhoben, dass auch die Regelung für die Bürgerbeteiligung partizipativ, d.h. im Dialog mit der Stadtgesellschaft, geschehen sollte.

Die offenen Fragen

Weil der Film mehr beobachtet als bewertet bleiben am Ende viele Fragen offen – und bieten genug Stoff zum Nachdenken und Diskutieren.

Während grade in Ehrenfeld natürlich alle interessiert, was und wie und wann auf dem Helios-Gelände jetzt geschieht, stellt sich allgemein die Frage, wie der Bürgerwille und die (teils berechtigten, teils sicher auch überzogenen) Interessen von Anliegern in Entscheidungsprozesse einbezogen werden können.

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Grade in Zeiten von PEGIDA und weit verbreiteter Demokratiemüdigkeit setzt der Film ein Zeichen:

Ja, es geht, Bürger können sich Gehör verschaffen.

Ja, dazu gehört auch die Bereitschaft (und Zeit und Nerven) von Politik, Verwaltung und Investoren, zuzuhören und die eigene Meinung in Frage zu stellen. Und nicht zuletzt die Bereitschaft von Bürgern, sich auch mit den zahlreichen verzwickten Details von Stadtplanung, wie bestehenden Mietverträgen, Altlasten oder Lärmschutzverordnungen, sowie den manchmal von außen merkwürdig erscheinenden Verwaltungsritualen und -vorschriften auseinanderzusetzen.

Wie so ein Zusammenspiel funktioniert, und warum das sogar Spaß machen kann, das erzählt der Film!

 

Photo: Monika Ewa Kluz