Urbane Gärten einfach fördern - die Top 7

Urbane Gärten einfach fördern – die Top 7

Gemeinschaftsgärten schießen in unseren Städten wie Pilze aus dem Boden. Und das trotz vieler Hindernisse. Dabei könnte es für die Politik und Verwaltung so einfach sein für mehr Lebensqualität und Umweltschutz zu sorgen!

Unter der Überschrift “Urban Gardening – Was brauchen Initiativen zum Wachsen?” lud Daniela Schneckenburger von der Grünen Fraktion Gartenakteure aus Nordrhein-Westfalen in den Landtag ein. Die Grünen hatten erkannt, dass Gemeinschaftsgärten Grün ins triste Grau der Stadt bringen, lokale Lebensmittel produzieren, kostenlose Sozialprojekte darstellen und damit gut für die Entwicklung unserer Städte sind.

Urbane Gärten boomen

Schnell stellte sich heraus, dass Gemeinschaftsgärten zur Zeit wie Pilze aus den Boden schießen. Im runden Landtagssaal waren allein über 60 Akteure von vielen Initiativen aus NRW versammelt. Hilfreich könnte in diesem Zusammenhang eine landesweite Vernetzung der Gärten sein.

Viele Gärten werden gefördert!

Wir aus Köln staunten nicht schlecht wie manche Gemeinschaftsgärten hofiert werden. Im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg schließt die Verwaltung Kooperationsverträge mit Initiativen ab. Die Stadt sorgt beispielsweise für einen Tiefbrunnenwasseranschluss, es wird Mutterboden aufgetragen und der Müll der Gärten wird abgefahren. Auch in NRW  werden solche Gärten teilsweise erfolgreich unterstützt. Zum Beispiel kann der Verein “Urbane Gemeinschaftsgärten Aachen” direkt im Boden arbeiten, da neuer Mutterboden aufgeschüttet wurde. Außerdem können die Aachener kostenfrei Wasser von einem Hydranten beziehen und bekommen von der Stadt Kompost angeliefert.

Vielen Gärten werden Steine in den Weg gelegt!

Ganz so positiv ist das Bild nicht überall. In Köln werden den Gemeinschaftsgärten oftmals Steine in den Weg gelegt. Die Pflanzstelle in Kalk muss beispielsweise eine hohe Miete zahlen, hat keinen Wasser- und Stromanschluss und wird nicht über Pläne für das Gelände informiert. Auch Neuland in der Südstadt fühlt sich von der Verwaltung und städtischen Einrichtungen nicht fair behandelt. Zum Beispiel dauerte die Suche nach einem Abwasserrohr für den Bau einer Toilette eine halbe Ewigkeit und der Erwerb einer Mülltonne war nicht möglich, weil keine Hausadresse angegeben werden konnte. Überhaupt scheinen Gemeinschaftgärten allgemein nicht ins Verwaltungsschema zu passen.

So sah es bei der Veranstaltung im Landtag aus (Foto: Alexander Follmann).

Einfache Hilfe ist möglich!

Überlegungen zeigen, dass Initiativen durch einfache und kostengünstige Maßnahmen unterstützt werden können:

  1. Statt mühsam selbst Flächen ausfindig machen zu müssen, könnten Flächen vom Land, der Stadt oder Gemeinden zur (temporären) Nutzung als Garten ausgeschrieben werden. Auch in öffentlichen Grünflächen!

  2. Es könnte öffentlich für die Mitarbeit in Gärten geworben werden, denn häufig ist es sehr zeitaufwändig, sich als kleine Initiative bekannt zu machen.

  3. Mustermietverträge wären hilfreich – sie würden Vertrauen bei Vermietern schaffen und den Initiativen Kosten und Aufwand sparen.

  4. Die Verwaltung, grade das Grünflächenamt, muss sich auf urbane Garteninitiativen einstellen und sollte zentrale Ansprechpartner bereitstellen.

  5. Die Versicherungsfrage sollte zentral gelöst werden.

  6. Wir brauchen Schulungen für unerfahrende GärtnerInnen in Punkto Gärtnern, Organisation, Community-Buidling und Jura.

  7. Gärten brauchen logistische Hilfestellungen! Wasser könnten die Initiativen über Hydranten bekommen, die Müllabfuhr könnte auch Gärten anfahren, ein Raum für Gartengeräte könnte zur Verfügung gestellt werden und ein Stromanschluss wäre sehr hilfreich.

Erstaunlich, dass trotz aller Widerstände urbane Gemeinschaftsgärten boomen. Dieser Trend sollte von unseren Städten nicht verschlafen werden. Unsere Städte könnten so viel gewinnen!