SmartCity Cologne – Projekt Klimastraße startet mit Dialog-Veranstaltung

Wir haben uns am vergangenen Donnerstag (06.09.2012) bei der „Dialog-Veranstaltung“ in der Kulturkirche Köln über die geplante Installation einer „Klimastraße“ in Köln-Nippes informiert. Im Rahmen des bereits Ende August im Rathaus vorgestellten Projekts SmartCity Cologne sollen neben weiteren Maßnahmen im Kölner Stadtgebiet (z.B. ship to grid, colognE-mobil) bis Ende des Jahres gemeinsam mit Unternehmern und Anwohnern der Neusser Straße Ideen und Konzepte für klimafreundliche und innovative Techniken entwickelt werden, deren Umsetzung im Anschluss an die Planungsphase direkt vor Ort stattfinden wird. Noch befindet sich die Klimastraße, von der sich der Technikvorstand der RheinEnergie, Dr. Andreas Cerbe, eine bundesweite Vorreiterfunktion in Sachen smarter Technologien verspricht, in der Planungsphase.

Aller Anfang ist schwer…

…daher wurden nach Begrüßung und Erläuterung des Projektvorhabens durch Bezirksbürgermeister Bernd Schößler, Technikvorstand der RheinEnergie AG, Dr. Cerbe, sowie durch den Projektleiter Holger Kahl (RheinEnergie AG), die Gäste der Veranstaltung gebeten, sich zu den vier Bereichen

  • ‘Erneuerbare Energien’,
  • ‘Inhouse/Haus’,
  • ‘Netze’ und
  • ‘Sonstige Maßnahmen’

Gedanken zu machen und konkrete, innovative Ideen an die dafür bereit gestellten Flip-Charts zu schreiben. Für die etwa 60 bis 70 (überwiegend männlichen) Teilnehmer diente das Brainstorming und der Abend insbesondere dazu, sich über eine Beteiligung ihres Unternehmens an der Klimastraße und über daraus resultierende, mögliche Wettbewerbsvorteile Gedanken zu machen und sich gegenseitig auszutauschen. Die gesammelten Vorschläge reichten vom ‘Muster-Energieeffizienzhaus’ über ‘Erneuerung der Heizungsanlagen’, ‘Batterien als Energiespeicher’ bis hin zu ‘Visualisierung des Energieverbrauchs’, ‘CSR (corporate social responsibility) in Schulen’ und den ‘intelligenten Verbrauchern’ (smart consumer?). Alle Ergebnisse sollen in zusammengefasster Form an die Teilnehmer geschickt werden…

Experimentierfeld Neusser Straße…

…bedeutet für Stadt und RheinEnergie die Möglichkeit, intelligente Netze (smart grid), intelligente Zähler (smart meter), Emobilität (emobility), u.v.m. einzusetzen, auszuprobieren und daraus Erfahrungen für ein ganzheitliches intelligentes Stadtkonzept und eine nachhaltige Stadtentwicklung zu sammeln. So kann das Projekt Klimastraße eine lohnenswerte Initiative mit bundesweitem Pioniercharakter werden, eine Multiplikatorenrolle einnehmen und – bei guter Umsetzung – tatsächlich zu einer Reduktion der Treibhausgase führen.

Köln lebenswerter machen…

…das ist das Ziel. Alle Facetten des Klimaschutzes werden bei dem Projekt in Köln-Nippes berücksichtigt, so heißt es auf der SmartCity Cologne Website . Es bleibt zu hoffen, dass die Stadt Köln und die RheinEnergie AG als Initiatoren von SmartCity nicht nur an der Kooperation mit großen Unternehmen interessiert sind, ohne deren (finanzielle?) Beteiligung an der Klimastraße das Projekt nicht durchgeführt werden kann. Bereits vor Ort bestehende zivilgesellschaftliche Institutionen, wie beispielsweise der Bürgerverein “Für Nippes e.V.“, die Initiative „lebe lokal“, Schulen und Gemeinden, aber auch engagierte Nippeser Einzelhändler (Buchhandlung Nippes, Radlager, u.v.m.) müssen an dem Dialog beteiligt werden. (Nach unseren Informationen soll es eine weitere Informationsveranstaltung für Nippeser Bürgerinnen und Bürger geben.)

Wünschenswert ist die Beteiligung aller, wenn es um das Thema Klimaschutz geht. Und Veranstaltungen wie der erste Blaue Abend in Nippes (07.09.2012) machen deutlich, dass es eine große engagierte Gemeinschaft in Nippes gibt, die bereit ist, etwas für ihren Stadtteil zu tun. Wer, wenn nicht die Bürger, die darin leben?

Smarte Technologien, das klingt gut, aber…

…noch besser klingt es, wenn ein solches Projekt nicht nur aus der unternehmerischen Perspektive heraus gestaltet wird. Es geht um unser Klima! Dieses Ziel sollten auch die Initiatoren nicht aus den Augen verlieren. Das Projekt Klimastraße bietet die Chance, über eine aktive Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger ein Bewusstsein für Klimaschutz auch in den Bereichen Ernährung, Mobilität und Energienutzung im privaten Haushalt jedes Einzelnen zu schaffen. Immerhin wird über die Hälfte der deutschen CO2-Emissionen direkt oder indirekt durch private Haushalte verursacht. Und oftmals sind es die kleinen Dinge, die ein Projekt groß machen können. So wäre es wirklich smart gewesen, das im Anschluss an die Veranstaltung angebotene Catering von einem Bio-Caterer liefern zu lassen… Und wie Herr Alexander Holst, Leiter Sustainability Services beim Technologieberater Accenture, betonte, sind es die kleinen Schritte, die zählen.