Veranstaltungstipp RADKOMM – “Radfahren ist der Schlüssel für eine schöne, bezahlbare und machbare Stadt”

Veranstaltungstipp RADKOMM – “Radfahren ist der Schlüssel für eine schöne, bezahlbare und machbare Stadt”

Radfahren macht reich, meinen die Veranstalter der Radkomm, des ersten Kölner Forums zum Thema Radverkehr, das am 20. Juni stattfinden wird. Wie sie auf die Idee für den Kongress gekommen sind und welche inspirierenden Referenten uns erwarten, hat uns Harald Schuster, Radkomm-Initiator und Mitglied der Bezirksvertretung Ehrenfeld für DEINE FREUNDE, im Interview erzählt.

Was kann man sich unter einem Forum für Radverkehr vorstellen?

Die Radkomm ist eine Veranstaltung, bei dem wir die Akteure hier in Köln mit Menschen aus anderen Städten zusammen bringen, die dort den Radverkehr vordenken und vorantreiben. Wir glauben, dass das Thema Radverkehr kommuniziert werden muss. Das Sich-bewegen und Sich-treffen ist für eine zeitgemäßge Stadt enorm wichtig. Als Beispiele für die positiven Auswirkungen des Radverkehrs auf das Stadtklima, kann man sich Kopenhagen, Zürich oder München anschauen.

Wie und wann wurde die Idee zur Radkomm geboren?

Vor rund fünf Jahren haben wir in einem Arbeitskreis ein Konzept zu RadExpressWegen in Köln entwickelt (REWK). Dafür haben wir sogar einen Preis des KATALYSE Instituts für angewandte Umweltforschung gewonnen. Teil des Konzeptes war, dass Werbung für den Radverkehr nötig ist und wir mehr Kommunikation untereinander und mit der Stadt brauchen. Nun wollen wir dieses kommunikative Format schaffen.

Wie sieht deine Rolle bei der Radkomm aus?

Ich bin Teil eines tollen Teams. Die unabhängige Wählergruppe DEINE FREUNDE ist Veranstalter der Radkomm. Gemeinsam haben wir das Konzept entwickelt und sie unterstützen uns sowohl finanziell als auch bei der Öffentlichkeitsarbeit. Außerdem stellen sie die Verbindung zur Kölner Politik dar. Darüber hinaus hilft uns bureau gruen bei Themen wie Referentenakquise und -betreuung und Veranstaltungsorganisation. Es ist wirklich ein großartiges  Gefühl, dass so viele Leute bei diesem Projekt mitdenken und sich engagieren.

RADKOMM

Euer Motto dieses Jahr ist “Reich durch Radverkehr”. Inwiefern macht Radfahren denn reich?

Radfahren fördert vor allem die Alltagskultur und sorgt für ein insgesamt reichhaltigeres Leben. Die Menschen zeigen sich in der Stadt, halten sich dort auf und bewegen sich dort. Natürlich ist es auch gesünder und nachhaltiger als mit dem Auto zu fahren. Aber auch im wörtlichen Sinne passt es gut. Durch eine Reduktion des Autoverkehrs wird die Stadt schöner und die Investitionen, die für den Ausbau des Radverkehrs notwendig sind, betragen nur einen Bruchteil derer für den Auto-Individual-Verkehr. Radfahren ist somit quasi der Schlüssel für eine schöne, bezahlbare und machbare Stadt.

Werden wir auf der Radkomm auch tatsächlich “harte” Zahlen zu der These präsentiert bekommen?

Ja, für dieses Thema haben wir Prof. Dr. Michael Meschik eingeladen, der am Institut für Verkehrswesen der Universität für Bodenkultur in Wien arbeitet. Er wird die positiven Effekte des Radverkehrs vorrechnen und zeigen, dass der Ausbau der Radinfrastruktur optimal für die Lösung unserer kölschen Probleme geeignet ist – eine hochverdichtete Stadt mit einem angestrengten Haushalt. Außerdem werden wir auch diskutieren, inwiefern die Innenstadt und der dort ansässige Einzelhandel von mehr Fahrradfahrern profitieren kann, weil etwa keine lästige Parkplatzsuche und teure Parkgebühren das Einkaufserlebnis vermiesen.

Wie kann eine Veranstaltung wie die Radkomm alternative Mobilität in Köln voran treiben?

Wir wollen nicht nur über Theorien und Modelle sprechen, sondern vor allem Handlungsideen entwickeln. Dazu haben wir Referenten ausgewählt, die alle etwas Konkretes machen, wie zum Beispiel Wigand von Sassen. Er leitet die Initiative “Radlhauptstadt München” und wird zeigen, dass neben der Infrastruktur, das Wichtigste ist, die Menschen zum Umsteigen zu bewegen. Im Anschluss an die Vorträge finden Workshops statt, in denen direkt Umsetzungen erarbeitet werden – etwa mit Prof. Michael Gais von der KISD – Köln International School of Design. Außerdem gibt es ein Panel zur Bündelung der Kölner Radkräfte, um die vielen aktiven Menschen mit Empowerment auszustatten und ihre Sichtbarkeit in der Interaktion mit Stadt und Politik zu erhöhen.

Wie bezieht ihr die Stadtverwaltung mit ein?

Wir haben natürlich die relevanten Akteure der Stadt, wie zum Beispiel den Radverkehrsbeauftragten, eingeladen. Einer unserer Referenten, der Verkehrswissenschaftler Martin Randelhof, vertritt die These, dass BürgermeisterInnnen für die Moblilität von morgen eine essentielle Rolle spielen. Für die Diskussion haben wir daher auch die KandidatInnen für die Kölner OB-Wahl im September eingeladen und sowohl Henriette Reker als auch Marcel Hövelmann haben bereits zugesagt.

Welche Vision schwebt euch für die Radkomm vor?

Wir hoffen, dass die Veranstaltung der Beginn einer jährlichen Konferenz ist. Wir möchten den Juni zum “Monat der Mobilität” erklären und würden gerne etablieren, dass immer im Juni das Thema Mobilität in Köln aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet wird. Auch in diesem Jahr finden dazu schon viele Veranstaltungen statt – am Tag nach der Radkomm beispielsweise die 8. Kölner Fahrrad-Sternfahrt.

 

Jetzt für die Radkomm anmelden

Die erste Kölner Radkomm findet am Samstag, 20. Juni in der Karl Rahner Akademie statt. Wer in spannenden Vorträgen neue Impulse erhalten und diese anschließend diskutieren und in Workshops umsetzen möchte, kann sich noch bis zum Vortag kostenfrei hier anmelden: http://www.radkomm.de/#anmeldung