Der Brutkasten gibt Impulse: mit einem besonderen Netzwerk und mit viel Herz

Der Brutkasten gibt Impulse: mit einem besonderen Netzwerk und mit viel Herz

Warum hast du dich entschieden am Brutkasten teilzunehmen?

Diego: Warum nicht? Ich kenne ökoRAUSCH und die Arbeit schon lange und finde, dass wenn es schon ein Forum für solche Experimente gibt, kann man auch daran teilnehmen. Das Netzwerk des ökoRAUSCH Brutkasten ist sehr interessant und hilfreich, um in Kontakt mit aktiven Leuten zu kommen, die ähnliche Interessen haben. Dabei war meine Motivation neue Erfahrungen zu machen und die Liebe zur Natur zu teilen.

Was war eure Absicht und Haltung bezüglich eines sozial ökologischen Lösungsansatzes?

In erster Linie war unsere Absicht, den blinden Konsum bzw. das anerzogene Konsumverhalten zu stoppen. Daher entspricht die Idee ein Unternehmen zu gründen nicht ganz unserer Absicht, denn wir sind der Meinung, dass Nachhaltigkeit nur in einem kleinen Rahmen praktiziert werden kann, nicht aber in einem großen. Wir wollen nicht im kommerziellen Sinn auf die ‚grüne Welle’ aufspringen und mit herkömmlichen Konzepten, wie Leistung und Erfolg unser Projekt vermarkten. Wir wollen den Menschen begegnen und ihnen die Natur näher bringen. So etwas kann man nicht kaufen, sondern nur erleben.

Was genau ist das ‚Pitching’ ?

Bei einem ‚Pitch’ stellt man in einem fünf minütigen Vortrag seine Idee mit Hilfe einer PowerPoint Präsentation und Bildern vor. Dabei war es schwer sich neben anderen Bewerbern von Design Schulen, die über mehr Marketing Know-How verfügen, stark zu machen. Dennoch habe ich ganz einfach von meiner Idee erzählt und konnte die Jury überzeugen.

Wie fandet ihr den Ablauf des Brutkasten Wettbewerbs?

Sehr persönlich und menschlich. Da ich die Arbeit von ökoRAUSCH schon länger kenne, konnte ich eine Entwicklung sehen. ökoRAUSCH arbeitet mit viel Herz und die Arbeit ist eindeutiger definiert und tiefgründiger geworden.

Wie sieht das Förderungspaket des Brutkastens aus?

Durch die Förderung haben wir einen besseren Einblick in die Strukturellen Voraussetzungen bekommen. Zum Beispiel habe ich viele Workshops im Colabor gemacht, die sehr wichtig waren. Denn dort wurde mir ein Raum gegeben in dem ich meine Idee teilen konnte. Mithilfe der IHK wurde mir etwas die Angst vor dem unternehmerischen genommen. Allein diese Unterstützung war ein toller Impuls. Bei einem minds&makers Coaching bekamen wir einen Einblick in Zielgruppenforschung. Das war für uns sehr interessant, da wir keine bestimmte Zielgruppe haben.

Was wäre aus der Wildkräuterkiste ohne den Brutkasten geworden?

Wahrscheinlich hätten wir auch so die Idee versucht weiter zu entwickeln, doch der Brutkasten und unser Gewinn am Wettbewerb hat uns einen Impuls gegeben. So konnten wir unsere Idee erst konkretisieren und vertiefen.

Was meint ihr welche Auswirkung der Brutkasten auf die Kölner Region hat?

Der Brutkasten bietet ein ganz besonderes Netzwerk von vielen Akteuren, aus verschiedenen Bereichen und Ebenen. Zum Beispiel sind Institutionen wie die IHK und die GLS Bank offen für neue Ideen und Projekte. Aber auch vom Colabor wird Kreativpotenzial aufgegriffen. All das macht Mut, weil man in seinen vielleicht auch unkonventionellen Ideen und Vorstellungen unterstützt wird und Zuspruch erfährt. Wenn es so etwas nicht geben würde, würden viele Leute mit einer sozial ökologischen Haltung in der Kölner Region als Fantasten abgestempelt werden.

Dieser Text ist der zweite Teil der Dreierserie über den Gewinner des ökoRAUSCH Brutkasten 2012 – demnächst mehr!