Autofreier Sonntag in Ehrenfeld - Über 150 Aktionen für eine lebenswerte Stadt

Autofreier Sonntag in Ehrenfeld – Über 150 Aktionen für eine lebenswerte Stadt

Am 15. September 2013 findet zum ersten Mal der „Tag des guten Lebens: Kölner Sonntag der Nachhaltigkeit“ statt – initiiert und organisiert von der Agora Köln, einem Bündnis aus derzeit 90 Kölner Organisationen und Institutionen. Das rund ein Quadratkilometer große Gebiet zwischen Ehrenfeldgürtel, Innerer Kanalstraße, Subbelrather- und Vogelsangerstraße wird an diesem Tag autofrei sein. Die Besucher können sich auf über 150 Aktionen auf der Venloer Straße und in den Seitenstraßen freuen – von vielfältigen nachbarschaftlichen Aktivitäten über ein Bühnenprogramm mit Musik und Kleinkunst bis hin zu Aktionen rund um das diesjährige Schwerpunktthema nachhaltige Mobilität.
Das Programm, das um 11 Uhr startet und um 20 Uhr endet, lässt sich unter www.tagdesgutenlebens.de/dertag einsehen. Auf dem Neptunplatz klingt der „Tag des guten Lebens“ um 22 Uhr aus.

„Der ‚Tag des guten Lebens”…

…ist kein kommerzielles Straßen-Event, sondern eine bunte Nachbarschaftsaktion von unten, die von den kreativen Ideen der Anwohner lebt und Taktgeber sein
will für eine lebenswerte Stadt und eine Mobilitätswende in Köln“, sagt Sabrina Cali, eine der KoordinatorInnen des Projekts. „Schon jetzt ist das Experiment ein Erfolg, denn in nur wenigen Monaten ist es mit großem ehrenamtlichem Engagement gelungen, eine der größten Nachbarschaftsveranstaltungen ihrer Art in Deutschland auf die Beine zu stellen.“

Programm-Highlights auf der Venloer Straße

Auf der Venloer Straße präsentieren zahlreiche Initiativen und Organisationen ihre Konzepte zur nachhaltigen Mobilität. Beispielsweise stellt der „Ehrenfelder Radschlag“ seine Ideen zum Umbau der Vogelsanger Straße vor. In der Franz-Geuer-Straße wird der Straßenraum in einen blühenden Park mit essbaren Kräutern und Früchten verwandelt. Außerdem haben die Besucher die Möglichkeit, zukunftsorientierte Verkehrsmittel wie Lastenfahrräder und E-Bikes selbst zu testen. Hinzu kommen viele weitere Aktionen – von Tanzkursen auf der Straße bis zum Fahrrad-Parcours für Kinder.

Lebendige Nachbarschaften in den Seitenstraßen

Die Aktionen in den Seitenstraßen der Venloer Straße gestalten ausschließlich die AnwohnerInnen selbst. In der Rothehausstraße stellen Anwohner beispielweise ein alternatives Nutzungskonzept für den öffentlichen Raum vor. In der Körnerstraße lockt unter anderem eine kulinarische Performance unter dem Titel „Die Nudelfabrik“. In der Gutenbergstraße erwartet die Besucher ein „Raum der Stille“. Die AnwohnerInnen der Wahlenstraße setzen auf Straßenmusik, ein gemeinsames Frühstück und ein 25 Meter langes „Luftmatratzensofa“. Insgesamt wurden allein in den Nebenstraßen etwa 100 Aktionen angemeldet. Wer kurzfristig eine Aktion in einer Seitenstraße starten will, ist herzlich willkommen mitzumachen und kann seine Idee im Internet unter folgender Adresse eintragen: www.tagdesgutenlebens.de/mitmachen/eigeneaktionen
Wer eine Aktion realisiert, sollte sich auf der Website des „Tag des guten Lebens“ über die Regeln informieren. Beispielsweise darf ein Verkauf von Waren nur privat und in Basar-Mentalität erfolgen. Zudem muss auf den Straßen ein Rettungsweg von 3,50 Meter Breite stets frei bleiben. Darüber hinaus wird darum gebeten, die Straße am Ende der Veranstaltung in Eigenverantwortung zu säubern.

Bühnenprogramm mit Musik und Co.

Ergänzt werden die Aktionen auf der Venloer Straße und in den Seitenstraßen um ein umfangreiches Bühnenprogramm am Neptunplatz, auf dem Gerhard-Wilczek-Platz und auf der Bühne Maas an der Venloer Straße 172. Auch am Barthonia Forum und im Hinterhof der Körnerstraße 71 gibt es Musik und Kleinkunst. Mit dabei sind angesagte Bands und Künstler wie Börgerding, Chilango Cachaco und Mondo Mash Up. Außerdem bietet das Bühnenprogramm auch Comedy und Kabarett, Poetry Slam und eine Podiumsdiskussion zur innovativen Mobilität. Auf der Bühne am Neptunplatz begrüßt um 14 Uhr Bezirksbürgermeister Josef Wirges alle Besucher

Große logistische Herausforderung

Am „Tag des guten Lebens“ werden innerhalb des autofreien Gebiets in einigen Straßen Halteverbotszonen eingerichtet. Der Veranstalter, die Agora Köln, bittet alle AnwohnerInnen, ihre Autos auf Ersatzparkplätzen im nahen Umfeld abzustellen, die unentgeltlich zur Verfügung stehen. Geparkte Autos in den Halteverbotszonen werden kostenpflichtig abgeschleppt. Die Sperrung des Gebiets beginnt am 15. September um 7 Uhr und wird um 22 Uhr aufgehoben. Bis 10 Uhr können Anwohner ihr Auto aus dem Gebiet herausfahren. Über die Regelungen rund um die Halteverbotszonen und die Alternativparkplätze werden die AnwohnerInnen per Flyer informiert.
Am „Tag des guten Lebens“ werden voraussichtlich über 50 freiwillige HelferInnen und OrdnerInnen an den Schleusen zum autofreien Gebiet bereitstehen. AnwohnerInnen, die in Ausnahmefällen das Gebiet per Auto passieren müssen, werden gebeten, sich an die HelferInnen zu wenden. An die Besucher des „Tag des guten Lebens“ wird appelliert, per ÖPNV, mit dem Fahrrad oder zu Fuß anzureisen. Für Fragen steht das Informationsbüro in der Keplerstraße 14 in Ehrenfeld zur Verfügung – werktags zwischen 14 und 18 Uhr und am 15. September ganztags. Zu diesen Zeiten sind auch Ansprechpartner am Servicetelefon erreichbar unter Tel.: 0157 – 87836138.

Über den „Tag des guten Lebens: Kölner Sonntag der Nachhaltigkeit“

Der „Tag des guten Lebens“ (der Name ist an die wachstumskritische “Buen Vivir”-Debatte in Lateinamerika angelehnt) findet am 15. September 2013 erstmalig unter dem Motto „Mobilitätswende in Köln“ statt. Künftig soll er einmal im Jahr organisiert werden, wobei jedes Mal ein neuer thematischer Schwerpunkt gesetzt wird. Ins Leben gerufen wurde der Tag von der Agora Köln, einem Bündnis aus derzeit 90 Kölner Institutionen, Unternehmen und Organisationen sowie mehr als 200 Privatpersonen. Mitglieder der Agora Köln sind z.B. das Bürgerzentrum Alte Feuerwache, die Bezirksvertretung Ehrenfeld, die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB), das Comedia Theater, das Design Quartier Ehrenfeld, die ecosign/Akademie für Gestaltung und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Auf der Agora, dem Platz in der altgriechischen Polis, hatte die direkte Demokratie ihren Ursprung. Trägerverein der Agora Köln ist das gemeinnützige Institut Cultura21 e.V., Berlin (www.cultura21.org). Das gemeinsame Ziel des Bündnisses ist eine schrittweise Transformation der Stadt in Richtung Nachhaltigkeit.
Interessenten können jederzeit eine kostenlose Mitgliedschaft beantragen und damit die Transformation mitgestalten.

Alle Informationen finden Sie auch unter www.agorakoeln.de und www.tagdesgutenlebens.de

Bildquellen: www.agorakoeln.de / Katharina Schwartz / Marén Wirths