Doktoranden aus West Afrika werden begeisterte Radfahrer

Doktoranden aus West Afrika werden begeisterte Radfahrer

Radfahren macht Spaß, spart Zeit und Geld und hat bei uns einen hohen Stellenwert. Diese Erkenntnis hatten letztes Jahr zwei afrikanische Doktoranden, die drei Monate mit fitgemachten Rädern in Köln unterwegs waren.

Die Vorbereitung

Im Frühjahr 2014 haben wir zwei Fahrradleichen aus unserem Keller wieder fit gemacht. Das hat Spaß gemacht und Dank der AStA-Fahrradwerkstatt nicht viel gekostet. Kurz darauf waren beide Räder im Dauereinsatz, da zwei WASCAL-Doktoranden aus Mali und Nigeria mit Klappa und Fischa – so haben wir die Fahrräder getauft –  in Köln unterwegs waren.

Der Vorteil für die beiden

Ich hatte Amadou und Souleymane angeboten mit den Rädern von ihrer Bleibe zur Uni zu fahren. Etwas skeptisch aber dankbar für die schnelle und kostengünstige Transportmöglichkeit nahmen sie mein Angebot direkt an. Die Räder ersparten den beiden einen 45-minütigen Fußmarsch bzw. die horrenden Fahrtkosten der Kölner Verkehrsbetriebe.

Ungewohntes Radfahren

Das Radfahren war für die beiden zunächst sehr ungewohnt. Besonders das Bremsen war eine Herausforderung und so verringerte Amadou zunächst mit den Füßen seine Geschwindigkeit! Beeindruckt waren sie auch vom Verkehr, hier halten sich die Leute in den meisten Fällen an die Regeln…

IMG_7075_smallAuf dem  Titelbild seht ihr Souleymane (rechts) mit Fischa, außerdem ist dort auch noch Edmund aus Ghana zu sehen. Edmund ist ein KAAD-Stipendiat und fährt ebenfalls mit dem Rad zur Uni. Zur Zeit hat er aber dummerweise den Fahrradschlüssel von Fischa verloren. Sein blaues Fahrrad (oben zu sehen) hat leider den Geist aufgegeben. Auf diesem Foto seht ihr Amadou, wie er mit Klappa fährt.

Am Ende völlig überzeugt

Ganz anders stellt sich die Lage in ihrer sozialen Umgebung der westafrikanischen Länder dar: Dort belächeln die Leute Radfahrer und halten diese für verarmt und bedauernswert. Räder werden deshalb nicht wertgeschätzt und mitunter achtlos am Straßenrand liegen gelassen. Nach ihrem dreimonatigen Aufenthalt waren sie überrascht welchen Stellenwert das Radfahren in Köln hat. Es gibt viele hübsche Räder und dieses umweltfreundliche Fahrzeug verwandelt sich mehr und mehr zum Statussymbol. Jedenfalls waren Amadou und Souleymane am Ende ihres Aufenthalts vollends vom Radfahren überzeugt und dienen nun hoffentlich südlich der Sahara als Fahrradbotschafter.